Der Nikolaus bringt an Weihnachten keine Geschenke

Der Weihnachtsmann ist im Gegensatz zum heiligen Nikolaus eine Figur der Neuzeit und eine reine Erfindung, die eben nicht auf dem Leben eines Menschen beruht. Es ist eher so, dass die fiktive Figur des Weihnachtsmanns eine Mischung aus dem freundlichen Nikolaus und seinem eher finsteren Gehilfen Knecht Ruprecht in sich vereint.



Während die Legende des heiligen Bischofs Nikolaus von Myra aus dem 6. Jahrhundert nach Christus stammt, taucht der Weihnachtsmann oder Santeclaus erstmals im Jahre 1821 in einem Gedicht des amerikanischen Schriftstellers William Gilley auf. Dort beschreibt er einen Mann, der in ein Fell gehüllt ist und auf einem Schlitten sitzt, der von Rentieren gezogen wird.

Weitere Beschreibungen des Weihnachtsmanns gab es in Europa im 19. Jahrhundert in mehreren Ländern. In den Regionen Deutschlands findet man Motive mit dem Weihnachtsmann auf alten Postkarten, die vor allem aus Nord- und Ostdeutschland stammen. Auch im Struwwelpeter, der 1844 veröffentlicht wurde, findet sich ein ähnliches Bild des Weihnachtsmanns. In Russland heißt der Weihnachtsmann Väterchen Frost und bringt die Geschenke am 31. Dezember zum Jolkafest zusammen mit seiner Enkelin Snegurotschka, was soviel heißt wie Schneemädchen. Väterchen Frost ist entgegen aller Legenden auch erst im 20. Jahrhundert erfunden worden und stellt ebenfalls eine Variation des heiligen Nikolaus dar.

Kritik an der Figur des Weihnachtsmanns gibt es in Deutschland vor allem im Süden und Westen sowie in den angrenzenden Ländern Österreich, Schweiz, Belgien und Luxemburg, weil man dort zu Weihnachten eher an das Christkind glaubt und dieses zusehends aus dem Bewusstsein der Menschen verschwindet.