Die Geschenke des Nikolaus landen im Stiefel

Wenn die Kinder an den Nikolaus denken, ist meist der erste Gedanke, was er denn für Geschenke für sie dabei hat. Da der Nikolaus der Schutzheilige der Kinder ist, besteht die Tradition, dass er am Nikolaustag die Kinder beschenkt, bereits seit vielen Jahrhunderten. In dieser Zeit haben sich zwei dominierende Riten entwickelt, die jeweiligen Geschenke zu verteilen.



Bei der ersten Variante tritt der Nikolaus vor das Kind hin und fragt etwas in der Art:“Warst du denn schön brav und fromm?“ Die Kinder antworten für gewöhnlich mit ja und sollen hinterher noch ein Gedicht aufsagen oder ein Lied singen. Zur Belohnung bekommen sie dann ihr Geschenk. Diese Tradition der Befragung geht der Legende nach auf das Gleichnis der anvertrauten Talente zurück, bei der ein Herr seinen Knechten Geld gab, dann auf Reisen ging und hinterher Rechenschaft darüber verlangte, was die Knechte mit dem Geld gemacht hatten. Dieses Gleichnis findet man im Lukas- und Matthäusevangelium.

Die andere Variante besteht darin, dass der Nikolaus über Nacht kommt und die Stiefel der Kinder, die vor der Tür stehen, mit Geschenken füllt. Auch diese Tradition geht auf eine Legende zurück, nämlich auf die der drei Jungfrauen, denen der Nikolaus über Nacht genug Gold brachte für ihre Mitgift, damit der Vater sie nicht zu Prostituierten machen musste.